Überbrückungshilfen und Senkung der Umsatzsteuer

Sehr geehrte Mandantin, sehr geehrter Mandant,

das zweite Corona-Steuerhilfegesetz wurde am 29.06.2020 verabschiedet. Darin sind unter anderem die befristete Senkung der Umsatzsteuersätze und die Überbrückungshilfe enthalten.

Bereits mit unserem Mandantenrundschreiben vom 04.06.2020 und 26.06.2020 informierten wir Sie über die Senkung der Umsatzsteuer, die wie geplant beschlossen wurde. Wir haben Ihnen deshalb hier noch einmal unser Informationsschreiben beigefügt, weil es die wichtigsten Handlungsempfehlungen enthält. Zusätzlich erhalten Sie hier unsere Checkliste die (fast) alle denkbaren Geschäftsvorfälle mit den jeweiligen Steuersätzen enthält.

Folgende Punkte müssen wir besonders hervorheben:

I. Änderung der Umsatzsteuer in Kassen und Kassensystemen

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen elektronische Kassen einsetzen, müssen diese ab 01.07.2020 die neuen Umsatzsteuersätze ausweisen. Ändern Sie unbedingt diese Angaben.  

Denn wenn auf Ihren Kassenbons im Zeitraum der gesenkten Umsatzsteuersätze immer noch die „alten“ Prozentsätze ausgewiesen sind, dann müssen Sie auch diese „alten“ Sätze an das Finanzamt abführen.

Denken Sie bitte auch daran, das Programmierprotokoll über die Änderung der Umsatzsteuersätze aufzubewahren, das Protokoll ist Bestandteil einer ordnungsgemäßen Buchführung.

II. Änderung der Umsatzsteuer in Buchführungs- und Rechnungsprogrammen

Die Softwarehersteller arbeiten daran, die neuen gesetzlichen Vorgaben in den Buchführungs- und Rechnungsprogrammen umzusetzen. Bitte nehmen Sie mit Ihrem jeweiligen Softwarehersteller Kontakt auf, ob und wann ein Update für die von Ihnen verwendete Software verfügbar ist. Falls Ihnen Updates zur Verfügung gestellt werden, installieren Sie diese bitte umgehend. Auch hier gilt, dass ab dem 01.07.2020 zu hoch ausgewiesene Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden muss.

III. Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen

Die Überbrückungshilfen sind ein branchenübergreifendes Zuschussprogramm für den Zeitraum Juni bis August 2020. Kleinen und mittelständischen Unternehmen werden nicht rückzahlbare Zuschüsse zu den fixen Betriebskosten gewährt. In Abhängigkeit vom Umsatzeinbruch werden zwischen 40 % bis 80 % der Fixkosten bis max. EUR 150.000 erstattet.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind Unternehmen, die in den Monate April und Mai 2020 einen Rückgang der zusammengenommenen Umsätze von mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 nachweisen können.

Wer wird gefördert?

Gefördert werden Unternehmen, deren Monatsumsätze in den einzelnen Monaten Juni, Juli und August 2020 um mind. 40 % unter den Umsätzen der jeweiligen Vorjahresmonate liegen.

Ausgeschlossen sind Unternehmen, die sich am 31. Dezember 2019 in Schwierigkeiten befunden haben (im EU beihilferechtlichen Sinne), Unternehmen, die sich für den Wirt­schafts­stabili­sierungsfonds qualifizieren, Unternehmen, die bereits ihren Geschäftsbetrieb eingestellt oder Insolvenz angemeldet haben und Selbständige im Nebenerwerb.

Förderzeitraum

Der Förderzeitraum läuft von Juni bis August 2020.

Antragsfrist

Die Antragsfrist endet spätestens am 31. August 2020.

Welche Kosten sind förderfähig?

Förderfähige Kosten sind

  • fortlaufend im Förderzeitraum anfallende,
  • vertraglich vor dem 1. März 2020 begründete oder behördlich festgesetzte und
  • nicht einseitig veränderbare Fixkosten, gemäß folgender Aufstellung: 
  1. Mieten und Pachten für betriebliche Grundstücke und Räumlichkeiten
  2. weitere Mieten, z.B. für Fahrzeuge und Maschinen
  3. Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  4. Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  5. Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV
  6. Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  7. Grundsteuern
  8. Betriebliche Lizenzgebühren
  9. Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  10. Kosten für den Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona Überbrückungshilfe anfallen
  11. Kosten für Auszubildende
  12. Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 10 % der Fixkosten nach den Ziffern 1 bis 10 gefördert.
  13. Provisionen, die Inhaber von Reisebüros den Reiseveranstaltern aufgrund Corona-bedingter Stornierungen zurückgezahlt haben

Höhe der Überbrückungshilfe

Die Überbrückungshilfe ist gestaffelt nach der Höhe des Umsatzrückganges im Förderzeitraum und der Anzahl der Beschäftigten (Stichtag: 29. Februar 2020) und beträgt

  • 80 % der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 70 %
  • 50 % der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 % und 70%
  • 40 % der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 40 % und unter 50 %

im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat. 

Die maximale Förderung beträgt EUR 150.000 für drei Monate. Bei Unternehmern bis zu 5 Beschäftigte beträgt der maximale Erstattungsbetrag EUR 9.000 für drei Monate, bei Unternehmen bis zu 10 Beschäftigte EUR 15.000.

Der maximale Erstattungsbetrag kann in begründeten Ausnahmefällen überschritten werden, wobei die Summe von EUR 150.000 nicht überschritten werden kann.

Die Überbrückungshilfe ist ein nicht rückzahlbarer, steuerpflichtiger Zuschuss.

Soweit Unternehmen die Soforthilfe in Anspruch genommen haben, sind diese erneut antragsberechtigt. Es erfolgt eine anteilige Anrechnung der Soforthilfe bei Überschneidung des Förderzeitraums.

Antragsverfahren

Die Umsatzausfälle und die betrieblichen Fixkosten müssen von einem Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer bestätigt werden.

Das Antragsverfahren wird zweistufig durchgeführt.

1.)   Glaubhaftmachung des Vorliegens der Antragsvoraussetzungen und der erstattungsfähigen Fixkosten

2.)   Nachträglicher Nachweis

Die Bewilligungsstellen überprüfen nach Abschluss des Leistungszeitraums und Eingang der Unterlagen den Vorgang.

Bei Fragen oder Anregungen sprechen Sie uns an! Wir sind für Sie da!

- veröffentlicht am 06.07.2020 -

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