Neuerungen in der Kurzarbeit, Senkung Umsatzsteuersatz in der Gastronomie

Sehr geehrte Mandantin, sehr geehrter Mandant,

sie hat uns nun alle erreicht, die „Maskenpflicht“. Jeder Bürger ist nun verpflichtet einen Mund-Nasen-Schutz zu mindestens beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr zu tragen. Der Flickenteppich der letzten Woche ist passé. Alle Bundesländer haben diese Pflicht entweder seit heute bzw. Schleswig-Holstein ab Mittwoch, den 29.04.2020.

Bitte beachten Sie, dass auch für den Besuch unserer Standorte Fürstenfeldbruck und Augsburg eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes besteht. Wir als Steuerberatungskanzlei sind von den Regelungen ebenfalls umfasst.

Auch in den anderen Bereichen gibt es Neuerungen, die wir für Sie beobachten und zusammenfassen.

I. Neuerungen zur Kurzarbeit

Auszubildende

Grundsätzlich sind die Auszubildenden nicht von den Regelungen des Kurzarbeitergeldes umfasst. Wenn jedoch die Kurzarbeit länger als 6 Wochen andauert, kann auch für die Auszubildenden ein Antrag auf Kurzarbeit gestellt werden.

Voraussetzung:

  • 6 Wochen Lohnfortzahlung seitens des Arbeitgebers sind erfolgt
  • Ein Einsatz des Azubis ist aufgrund von Kurzarbeit der Kollegen / Ausbilder unter keinen Umständen möglich

Hinweis:

  • die Voraussetzungen für die Kurzarbeit (Arbeitsausfall größer 10%) sind monatlich zu überprüfen
  • mit Einreichung der Unterlagen für die Kurzarbeit müssen Sie als Arbeitgeber bestätigen, dass diese weiterhin vorliegen

Folgende Formulierung übersenden Sie uns bitte schriftlich mit den Unterlagen:

„Die Voraussetzung für die Beantragung der Kurzarbeit habe ich geprüft. Diese liegen weiterhin vor.“ 

Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Gestaffelte Erhöhung

  • Ab dem 4. Bezugsmonat 70 % ohne Kind / 77 % mit Kind
  • Ab dem 7. Bezugsmonat 80 % ohne Kind / 87% mit Kind

Maximal bis 31.12.2020

Voraussetzung ist eine um mind. 50% reduzierte Arbeitszeit

Die während der Coronakrise geltenden Hinzuverdienstmöglichkeiten werden bis zum 31.12.2020 verlängert

II. Senkung Umsatzsteuersatz für die Gastronomie ab 01.07.2020

Für die Abgabe von Speisen gilt dann ein Umsatzsteuersatz von 7% statt wie bisher 19%.

Bitte stellen Sie hierfür die Kassensysteme um bzw. sprechen mit Ihrem Kassenanbieter zwecks eines Updates.

III. Mindestlohn im Pflegebereich steigt ab 01.05.2020

Es ist geplant, dass ab 01.05.2020 bis 01.04.2022 der Mindestlohn in 4 Stufen auf 12,55 EUR pro Stunde steigt.

Ab 01.04.2021 gilt folgender Mindestlohn für:

  • qualifizierte Hilfskräfte mit einjähriger Ausbildung 12,50 EUR (Westen) / 12,20 EUR (Osten)
  • Pflegefachkräfte mit dreijähriger Ausbildung 15,00 EUR (bundesweit)

Ab 01.04.2022 gilt folgender Mindestlohn für:

  • qualifizierte Hilfskräfte mit einjähriger Ausbildung 12,50 EUR (Westen) / 12,20 EUR (Osten)
  • Pflegefachkräfte mit dreijähriger Ausbildung 15,40 EUR (bundesweit)

IV. Antrag für Erstattung für Verdienstausfall wg. Kinderbetreuung und Quarantäne

Wer wegen des Coronavirus unter Quarantäne gestellt wird oder wegen einer eigenen Infektion nicht arbeiten darf und deshalb einen Verdienstausfall erleidet, erhält aufgrund des Infektionsschutzgesetzes Entschädigung für seinen Verdienstausfall.

Seit dem 30. März 2020 gilt dies auch für Menschen, die wegen Kita- oder Schulschließungen ihre Kinder betreuen müssen und deshalb nicht arbeiten können.

Anspruch auf Entschädigung

  • Arbeitnehmer/innen, Selbstständige und Freiberufler/innen, die von Quarantäne oder einem Tätigkeitsverbot betroffen sind.
  • Berufstätige Eltern und Pflegeeltern von betreuungsbedürftigen Kindern, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder behindert und auf Hilfe angewiesen sind und deren Schulen oder Kindertagesstätten geschlossen wurden.
  • Arbeitgeber, die ihren Arbeitnehmer/innen (für längstens sechs Wochen) die Entschädigung auszahlen.

Wer stellt den Antrag?

Wie Sie die Entschädigung erhalten, hängt von der Art Ihrer Beschäftigung ab: 

Entschädigungen für folgende Arten der Beschäftigungen

  • Arbeitnehmer/innen erhalten die Entschädigung in den ersten sechs Wochen als Lohnfortzahlung von ihren Arbeitgebern. Ab der siebten Woche müssen sie selbst einen Antrag bei der zuständigen Behörde stellen, um weiterhin eine Entschädigung zu erhalten.
  • Arbeitgeber können sich die Aufwendungen von der zuständigen Behörde erstatten lassen.
  • Selbstständige können die Entschädigung direkt bei der zuständigen Behörde beantragen.

Voraussetzungen bei Kita- und Schulschließungen

  • Die Kindertagesstätte oder Schule des Kindes wurde auf behördliche Anordnung geschlossen.
  • Es fallen keine gesetzlichen Feiertage, Schul- oder Kitaferien in den Betreuungszeitraum, während derer die Einrichtungen ohnehin geschlossen gewesen wären.
  • Das Kind hat das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet oder benötigt besondere Hilfe (zum Beispiel aufgrund einer Behinderung).
  • Es gab keine Möglichkeit, eine alternative, zumutbare Betreuung des Kindes herzustellen (zum Beispiel durch ältere Geschwister oder eine Notbetreuung in der Schule oder der Kita).

Eine Anleitung für den Antrag finden Sie unter:  

https://ifsg-online.de/antrag-schul-und-kita-schliessung.html 

Voraussetzungen bei Quarantäne

  • Sie sind in Quarantäne nach § 30 IfSG oder haben ein Tätigkeitsverbot nach § 31 IfSG aufgrund behördliche Anordnung
  • Sie haben keine Möglichkeiten, Ihren Verdienstausfall durch eine andere zumutbare Tätigkeit auszugleichen.
  • Der Antrag auf Entschädigung muss innerhalb von 3 Monaten nach Beginn des Tätigkeitsverbots oder Ende der Quarantäne gestellt werden.
  • Sie sind selbst nicht erkrankt bzw. nicht arbeitsunfähig.

Eine Anleitung für den Antrag finden Sie unter: 

https://ifsg-online.de/antrag-taetigkeitsverbot.html 

V. Weitere steuerliche Hilfen

Verlustverrechnung aus 2020 mit Vorauszahlungen aus 2019

Unternehmen bzw. Vermieter können bis zum 01.04.2021, sofern noch kein Bescheid für das Jahr 2019 vorliegt, einen Antrag auf Herabsetzung der geleisteten Vorauszahlungen des Jahres 2019 stellen. Daraus muss ersichtlich sein, dass für das Jahr 2020 ein Verlust entsteht.

Voraussetzung für den Verlustrücktrag:

  • der pauschal ermittelte Verlust muss 15% der Höhe des Vorjahresgewinns betragen - Beispiel: Gewinn 2019 = 1.000.000,00 EUR, Verlust 2020 muss mind. 150.000,00 EUR betragen
  • schriftlicher bzw. elektronsicher Antrag notwendig
  • 2019 muss ein Gewinn bestanden haben
  • der Gewinn 2019 aus einer gewerblichen oder selbständigen Tätigkeit bzw. aus einer Vermietungstätigkeit entstanden sein
  • Verlustverrechnung begrenzt auf 1 Mio. EUR (Einzelveranlagung) bzw. 2 Mio. EUR (Zusammenveranlagung) 

Bei Fragen oder Anregungen sprechen Sie uns an! Wir sind für Sie da!

- veröffentlicht am 27.04.2020 -

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