Weihnachtsgeschenk oder Aprilscherz - Corona Sonderzahlung für den Firmeninhaber / Gesellschaftergeschäftsführer

Liebe Mandantinnen und liebe Mandanten,

wie Sie unseren regelmäßigen Informationen der letzten Monate entnehmen konnten, können Corona-Sonderzahlungen gemäß § 3 Nr. 11a EStG bis 1.500 Euro steuer- und sozialabgabenfrei an Arbeitnehmer in Voll- oder Teilzeit ausbezahlt werden.

Von dieser Regelung haben Sie rege Gebrauch gemacht. Von Beginn an galt der Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH oder aber auch der Einzelunternehmer oder Gesellschafter einer Personengesellschaft als von dieser Regelung nicht begünstigt.

In den letzten Wochen gab es vermehrt Gerüchte, dass diese Begrenzung nun aufgehoben bzw. zumindest aufgeweicht werden soll.

Die Bestätigung kam dann tatsächlich am Montag zu uns auf den Tisch. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei einer langjährigen Mandantin aus der Nähe von Fürstenfeldbruck bedanken, die uns aus ihrem Umfeld eine zusätzliche Quelle zur Bestätigung zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank.

Regelungen für Gesellschafter-Geschäftsführer:

Danach können nun auch Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH Beihilfen und Unterstützungen bis 1.500 EUR befristet steuer- und auch sozialversicherungsfrei in Form von Zuschüssen und Sachbezügen zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise zufließen. Aus den vertraglichen Vereinbarungen oder einer anderen rechtlichen Verpflichtung zwischen der GmbH und dem Gesellschafter-Geschäftsführer muss erkennbar sein, dass es sich als rechtfertigender Anlass um eine steuerfreie Beihilfe oder Unterstützung zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung aufgrund der gesamtgesellschaftlichen Betroffenheit durch die Corona-Krise handelt.

Es ist auch zudem, dass die übrigen Voraussetzungen eingehalten werden, d. h. die Sonderzahlung muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zufließen und darüber hinaus ist darzulegen (wie auch bei Arbeitnehmern ohne Gesellschafterstellung), dass eine Vereinbarung über Sonderzahlungen, die vor dem 1.3.2020 ohne einen Bezug zur Corona-Krise getroffen wurde, jedenfalls nicht nachträglich in eine steuerfreie Corona-Sonderzahlung umgewandelt werden kann, z. B. weil der Gesellschafter-Geschäftsführer bereits im Februar 2020 über die Gewährung einer Sonderzahlung im März 2020 informiert worden ist.

Bei einem Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH kann die Zahlung von steuerfreien Beihilfen oder Unterstützungen zu einer verdeckten Gewinnausschüttung führen. In diesem Fall scheidet die Steuerfreiheit sowie eine mögliche Sozialversicherungsfreiheit aus. Eine verdeckte Gewinnausschüttung kann vorliegen, wenn für die Zahlung keine überzeugenden betrieblichen Gründe vorliegen, sondern eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis gegeben ist. Dies kann sein, wenn ein Vorteil aufgrund eines geschlossenen Vertrags zwischen der GmbH (vertreten durch einen gewissenhaften Geschäftsleiter) und dem Gesellschafter-Geschäftsführer, wie z. B. unangemessen hohe Geschäftsführergehälter, einem Nichtgesellschafter unter sonst gleichen Umständen nicht gewährt worden wäre. D. h., dieser Geschäftsleiter würde gegenüber einer Person, die nicht Gesellschafter-Geschäftsführer ist, eine Vermögensmehrung oder -minderung unter sonst gleichen Umständen zu vergleichbaren Konditionen versagen.

Da Ihnen kein steuerlicher Nachteil entstehen kann, empfehlen wir Ihnen diese Vorgehensweise, insofern Sie über einen ausreichend hohen Bilanzgewinn verfügen.

Regelungen für Einzelunternehmer, Personengesellschafter oder Freiberufler:

Die oben genannten Regelungen enthalten keine Hinweise oder Angaben zur Gleichstellung von Einzelunternehmern oder Personengesellschaften.

Generell haben diese Unternehmensformen keinen Personalaufwand für ihre im Unternehmen tätigen Gesellschafter / Geschäftsführer. Sie erhalten jeweils am Ende des Jahres den unter dem Jahr erwirtschafteten Gewinn gutgeschrieben oder werden mit einem eventuellen Verlust belastet.

Aus unserer Sicht stellt das eine Ungleichbehandlung der Unternehmensrechtsform dar.

Wir möchten Ihnen daher vorsorglich folgende Idee unterbreiten. Insofern Sie Inhaber oder Gesellschafter einer Einzelunternehmung oder Personengesellschaft sind (Arzt, Rechtsanwalt, Gesellschafter einer oHG oder KG), überwiesen Sie sich unter den oben genannten Voraussetzungen einen entsprechenden Corona-Bonus auf Ihr Privatkonto. Die Zahlung muss jedoch noch in 2020 fließen. Benennen Sie die Überweisung mit Corona-Bonus. Im Rahmen der Buchführung erfassen Sie, oder wir für Sie, die Zahlung als Betriebsausgabe.

Bis zur Erstellung der Steuererklärung 2020 gibt es eventuell schon eine amtliche Regelung zur Handhabung für diesen Fall. Sollte dies nicht der Fall sein, dann tragen wir den Sachverhalt bei der Erstellung der Steuererklärung offen dem Finanzamt vor.

Das Veranlagungsfinanzamt kann nun den Sachverhalt akzeptieren, dann haben Sie einen Vorteil erreicht, oder die als Aufwand gebuchte Zahlung verwerfen. Dann haben Sie eine um ca. 1.500 Euro höhere Privatentnahme getätigt. Ein steuerlicher Nachteil kann auch hier nicht entstehen.

In diesem Sinne handelt es sich vielleicht doch um ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

Auszahlung an die Mitarbeiter erfordert eine Vereinbarungen mit diesen Mitarbeitern

Bitte lassen Sie von allen Mitarbeitern die eine Vereinbarung unterzeichnen, wenn diese eine Corona-Sonderzahlung erhalten haben. Eine Muster können Sie bei uns per Mail anfordern.

Bei Fragen oder Anregungen sprechen Sie uns an! Wir sind für Sie da!

- veröffentlicht am 17.12.2020 - 

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